Kündigung2018-06-29T19:05:43+00:00

Arbeitsrecht

Kündigung

Sie wurden gekündigt? Was nun? Ist die Kündigung überhaupt rechtens?

Das Arbeitsverhältnis ist die existenzielle Grundlage der meisten Menschen. Daher bedeutet die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber einen tiefen Einschnitt auch in den privaten Lebensbereich. Die meisten Arbeitnehmer genießen jedoch Kündigungsschutz, oder sogar besonderen Kündigungsschutz und sind so vor einer willkürlichen Kündigung geschützt. Deshalb werden häufig Kündigungen „ausgesprochen“, die nicht rechtmäßig sind.

Was muß beim Erhalt einer Kündigung unbedingt beachtet werden?

Das Gesetzt schreibt vor, daß eine Kündigung innerhalb von 3 Wochen ab Erhalt beim zuständigen Arbeitsgericht durch Klage angefochten werden muß. Sofern diese Frist nicht eingehalten wird, wird selbst eine rechtswidrige Kündigung so, wie sie ist, wirksam und unanfechtbar.

Was sind die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine wirksame Kündigung?

  • Die Kündigungserklärung muß schriftlich erfolgen,
  • die Kündigungsfrist muß beachtet worden sein,
  • die Kündigung muß (wenn Kündigungsschutz besteht) sozial gerechtfertigt sein,
  • die Kündigung muß von einer vertretungsberechtigten Person unterzeichnet worden sein,
  • soweit ein Betriebsrat / Personalrat besteht, muß dieser zuvor angehört worden sein

Was tun nach dem Erhalt einer Kündigung?

Sie sollten sich – soweit die Kündigungsfrist geringer als 3 Monate ist – unverzüglich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden, um gegebenenfalls eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld zu vermeiden.

Weiterhin ist es ratsam, möglichst kurzfristig – unbedingt aber innerhalb von 3 Wochen ab Erhalt des Kündigungsschreibens – einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen, um die Wirksamkeit der Kündigung prüfen zu lassen und ggfs. eine Kündigungsschutzklage einzulegen. In den meisten Fällen lässt sich auf diesem Wege mit dem Arbeitgeber eine Abfindung aushandeln, mit welcher sich der Arbeitgeber quasi aus dem Kündigungsschutz „herauskauft“.

In erster Instanz, d.h. vor dem Arbeitsgericht, ist jede Partei verpflichtet, ihre Anwaltskosten selbst zu tragen und zwar unabhängig davon, wer den Rechtsstreit gewinnt. Es ist daher empfehlenswert, eine Rechtsschutzversicherung zu haben, die auch Arbeitsrechtsschutz beinhaltet.

Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beantragen, wenn der Arbeitnehmer nicht in der Lage ist, die Kosten des Rechtsanwalt selbst zu tragen. Deshalb sollte das Fehlen einer Rechtsschutzversicherung kein Grund sein, keinen Rechtsanwalt aufzusuchen und die womöglich rechtswidrige Kündigung hinzunehmen.

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